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Jahresversammlung 2009 des
Stiftungsrates in Hagendorn ZG

Am Freitag, den 19.
Juni, traf sich der Stiftungsrat unter der Leitung von
Präsidentin Elisabeth Sailer-Albrecht im Kloster Frauenthal
bei Hagendorn zur jährlichen Versammlung. Es war die erste
Jahresversammlung der 1962 gegründeten Stiftung Reusstal im Kanton
Zug.
Die Präsidentin erinnerte daran, dass das interkantonale Reusstal
einem enormen Siedlungs- und Verkehrsdruck ausgesetzt ist, der in
Zukunft noch angeheizt werde durch die neue Autobahn im Knonauer Amt.
Die Stiftung Reusstal engagiere sich deshalb über die
Kantonsgrenzen hinweg für Natur- und Landschaftsschutz und
müsse ab und zu auch als unangenehme Mahnerin auftreten wie im
aargauischen Projekt für eine regionale Aushubdeponie in der Au
bei Mühlau.
Grosser Einsatz seit 20 Jahren
Präsidentin Sailer ehrte in ihrem Jahresbericht die 20jährige
Tätigkeit von Josef Fischer als Geschäftsführer der
Stiftung Reusstal. Sein Engagement in all den Jahren gleiche eher einer
Berufung als der Ausübung seines Berufes. Besonders erwähnt
wurden seine spannenden naturkundlichen Exkursionen in denen nicht
zuletzt Kinder und Jugendliche angesprochen werden. „Dieser
Bevölkerungsgruppe die Freude und den Zugang zur Natur zu
vermitteln, ist eine sinnvolle Investition in die Zukunft.“
Die Versammlung dankt dem versierten Biologen mit begeistertem Applaus.
(Der ausführliche Jahresbericht 08/09 ist separat zugänglich
in der Homepage).
Informations- und Aufsichtsdienst
Der Bericht von Goran Dusej, Leiter Information und Aufsicht, über
das Jahr 2008 zeigt, dass die häufigen Kontrollgänge der
Mitarbeiterin und der Mitarbeiter des Aufsichtsdienstes zu einem
rücksichtsvolleren Umgang der Besucher und Besucherinnen mit den
Naturschutzgebieten führt. Bei Verfehlungen, wie Hunde nicht an
der Leine führen, Parken im Schutzgebiet und Nichteinhalten des
Weggebots, soll der Aufsichtsdienst vor allem aufklärend wirken.
Bei Uneinsichtigkeiten und groben Verstössen kommt es in
vereinzelten Fällen auch zu schriftlichen Verwarnungen oder gar
Verzeigungen.
Geschäftsführung
Rückblickend auf das vergangene Stiftungsjahr berichtete
Geschäftsführer Josef Fischer unter anderem über den
Wiederaufbau einer Trockenmauer auf der Wohnhausparzelle des Ende 2007
verstorbenen Stiftungsgründers Erich Kessler im Gebiet Grossberg
Oberrohrdorf. Die Mauer bietet Lebensraum für Tiere und
Pflanzen wie Zauneidechse, Schlingnatter, Geburtshelferkröte oder
Rötlicher Mauerpfeffer. Fischer informierte weiter über den
Fortschritt im Projekt „Naturstation Zieglerhaus
Rottenschwil“. Die groben Erdarbeiten sind erledigt,
demnächst werden die Amphibien- und Reptilien-Gehege und die
Anlage für die Europäische Sumpfschildkröte fertig
gestellt.
Gesamterneuerungswahlen
Gemäss Stiftungsurkunde steht alle vier Jahre die Erneuerungswahl
des Stiftungsrates an. Folgende Mitglieder des Stiftungsrates haben
ihren Rücktritt erklärt:
- Esther Bänziger, seit 2002 im Arbeitsausschuss, bleibt Mitglied des Stiftungsrates
- Thomas Burkard, seit 1985 in Vertretung des VANV, heute Birdlife, 5 Jahre im Arbeitsausschuss und Betriebskommission Zieglerhaus
- Prof. Dr. Andreas Gigon, seit 2001 in Vertretung des Geobotanischen Institutes der ETHZ
- Hansruedi
Gilgen, seit 1982 in Vertretung der Stiftung Umweltbildung Schweiz,
ehemals Schweizerisches Zentrum für Umwelterziehung Zofingen
- Peter Hegglin, seit 1994 in Vertretung des Kantons Zug
- Werner Huber, seit 2001 in Vertretung des Aargauer Heimatschutzes
- Dr. Richard Maurer, seit 1973 in Vertretung des Kantons Aargau, 27 Jahre im Arbeitsausschuss der Stiftung
- Franz Neff, seit 1985, in Vertretung Regionalplanung
Rücktritt als Revisor:
Präsidentin Sailer würdigte die grossen
Verdienste von Esther Bänziger, der Herren Stiftungsräte und
des Revisors. Die Versammlung dankte mit herzlichem Applaus.
Neuwahlen
Folgende Damen und Herren wurden mit Akklamation in den Stiftungsrat gewählt:
- Martina Brennecke, lic.phil.I, Landschaftsarchitektin FH, Leiterin der Abteilung Natur und Landschaft des Kantons Zug
- Verena Doppler-Amrein, dipl. Botanikerin, Mitarbeiterin bei der Agrofutura AG, Frick
- Christine Neff Mayer, dipl. Geografin, Projektleiterin bei der Stiftung Landschaftsschutz Schweiz in Bern
- Andrea Neudecker-Grieder, dipl.rer.nat., Lehrerin an Kantons- und Bezirksschule Wohlen
- Beatrix Oswald Gilomen, dipl. Architektin ETH, Vorstand Aarg. Heimatschutz, Regionalberaterin Freiamt
- Alois Vogler, Logistikleiter, Präsident Vogelschutzverein Stetten, in Vertretung Birdlife Aargau
- Markus Zumsteg, dipl. Kulturing. ETHZ, Vertreter Kanton Aargau, Leiter Sektion Wasserbau
Neuwahl als Revisor:
- Erich Näf, lic.oec.publ., dipl. Wirtschaftsprüfer, Präsident Verein „Erlebnis Freiamt“
Die Nach dem geschäftlichen Teil stellte die
neu gewählte Stiftungsrätin Martina Brennecke das
Entwicklungsleitbild für die Moorlandschaft Maschwander Allmend
vor: Die Erhaltung wertvoller Lebensräume, Hochwasserschutz,
Naturerlebnis, Besucherlenkung und Information sind darin abgesteckte
Ziele und müssen aufeinander abgestimmt werden.
Anschliessend erzählte Gutsverwalter Sebastian Meier in der
wunderschönen Zisterzienser- Klosterkirche über den
Klosteralltag und die Zusammenarbeit mit dem angeschlossenen
landwirtschaftlichen Betrieb.
Bei strömenden Regen führte Philipp Gieger, Projektleiter
Naturschutz des Kanton Zug, die Versammlung durch das Naturschutzgebiet
des Klosters Frauenthal. Es beinhaltet eine Aue von nationaler
Bedeutung, Ried- und trockene Mager-Wiesen, sowie mehrere neu
erstellte Teiche. Giegers spannende Ausführungen stiessen auf
reges Interesse. Alle freuten sich sehr über die einmalige Chance,
diese nicht öffentlich zugänglichen Biotope einmal besuchen
zu dürfen. Die idyllische Oase der Natur und der Ruhe an der Lorze
zeigte den Anwesenden wie wichtig die Arbeit für den Naturschutz
und die Erhaltung solch wunderschöner Lebensräume ist.
M. Stierli

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