Suche
Foto Silvan Widler

Gruppe Information und Aufsicht

Im Rahmen eines Leistungsauftrages der Kantone Aargau und Zürich betreibt die Stiftung Reusstal den Informations- und Aufsichtsdienst Reussebene. Die Rechte und Pflichten werden im Kanton Aargau durch den Regierungsrat geregelt. Die Oberaufsicht und wissenschaftliche Betreuung obliegen den zuständigen Departementen.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gruppe Information und Aufsicht Reussebene kontrollieren die korrekte Umsetzung des Reusstaldekrets (Kt. Aargau) und der Reusstal-Schutzverordnung der Gemeinden Ottenbach, Obfelden und Maschwanden (Kt. Zürich).

Sie informieren über Vorschriften, Gebote und Verbote, aber auch über die Besonderheiten der Natur und der Landschaft. Bei Verstössen wird in erster Linie informiert, bei gravierenden Fällen jedoch verwarnt oder verzeigt.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, welche den Dienst im Teilzeitpensum ausüben, kommen aus unterschiedlichen Berufsrichtungen. Sie alle verbinden die Freude zur Natur mit dem Willen sich zur ihrem Nutzen einzusetzen. Es ist klar, dass gewisse Stresstoleranz und Hartnäckigkeit auch dazu gehören.

Die „Natur Schutzengel“ sind täglich unterwegs, auch bei schlechtem Wetter, an den Wochenendtagen im Sommer auch zu zweit oder zu dritt. An Sonntagen mit grossem Besuchsaufkommen informieren sie die Bevölkerung an Informations-Ständen über verschiedene Themen wie Fische, Vögel, Amphibien, Reptilien usw.

Lassen Sie sich überraschen und informieren Sie sich bei uns!

 

Erlebnisbericht aus dem Alltag einer Rangerin
Der Arbeitsalltag einer Schutzgebietsaufseherin oder eines Rangers ist anspruchsvoll, abwechslungsreich und voller Überraschungen. Mit welchen Herausforderungen und Situationen die Leute des Rangerdienstes im Reusstal tagtäglich konfrontiert sind, berichtet Sarah Sidler. Sie gehört seit September 2022 dem Team der Information und Aufsicht an und berichtet aus ihrem Arbeitsalltag am Ende dieser Seite.

Leitung

Niklaus Peyer
Telefon 056 634 45 75 oder Mobile 076 570 77 35 (in dringenden Fällen)
niklaus.peyer@stiftung-reusstal.ch

Information und Aufsicht im Kanton Aargau

 

 

Ranger-Erlebnisbericht

Als Schutzgebietsaufseherin oder Rangerin wird es nie langweilig. Jeder Tag ist anders. Auch das macht diese Arbeit enorm spannend. Neben vielen lehrreichen und schönen Begegnungen gibt es jedoch auch immer wieder welche, bei denen man nur den Kopf schütteln kann. Letzthin so geschehen auf einem schmalen, beliebten Weg am Flussufer im unteren Reusstal, wo das Velofahren nicht gerne gesehen, jedoch nicht verboten ist.
In Vollmontur rast mir ein E-Bike-Fahrer entgegen. Ich weiss, dass solche Besucher meist schwierig zum Anhalten sind, deshalb mache ich schon von weitem auf mich aufmerksam. Als der Fahrer abbremst, muss er erst noch die Kopfhörer rausnehmen. Dann schaut er mich verständnislos und etwas verärgert an. Als ich ihn darum bitte, auf unübersichtlichen Wegen, wenn dann, in gemässigtem Tempo zu fahren, höre ich – wie so oft – die Antwort, er fahre nicht schnell. Er fahre auf Sicht und hätte die Situation schon im Griff. Verständnis kommt leider auch im Verlauf des Gespräches keines auf, obwohl wir geschult sind im Konfliktmanagement und ich mich in Geduld und Freundlichkeit übe. An guten Argumenten fehlt es nicht.
Ich frage mich, wie man eine Situation im Griff haben kann, wo insbesondere Kinder und Hunde jederzeit aus dem dichten Gebüsch springen können? Der Fahrer kann sie weder sehen noch hören. Muss erst ein Unfall geschehen – den ich mir nicht ausmalen möchte?
E-Bikes haben rasch mal 25 Stundenkilometer drauf und wiegen locker 20 Kilogramm…
Keine 100 Meter weiter treffe ich auf ein äusserst freundliches Seniorenpaar, welches den lauen Herbsttag nutzt, um in Ruhe an der Feuerstelle eine Bratwurst zu grillieren. Sie zeigen Interesse an der Arbeit der Ranger und betonen, wie froh sie sind, dass wir regelmässig im Gebiet anzutreffen sind. Eben sei ein Velofahrer viel zu schnell an ihnen vorbeigerauscht. Richtig gefährlich sei dies gewesen.
Wir Ranger freuen uns über jeden Besucher im Gebiet. Unsere Aufgabe ist es, zu informieren und das Gebiet zu beaufsichtigen. Wir schauen, dass alle Besuchergruppen – Velofahrer, Hündeler, Naturinteressierte, Familien, Biker, Böötler, Fussgänger, Pilzler, Geniesser, Badegäste – ihre Zeit möglichst friedlich und gefahrenlos geniessen können ohne dabei den schönen und wertvollen Schutzgebieten im Reusstal zu schaden.

Sarah Sidler, Journalistin und Rangerin

Bild oben: Reussdamm bei Lunnergrien im Kanton Zürich . Eines der vielfältigen Gebiete im oberen Reusstal, die auch durch die Gruppe Information und Aufsicht Reusstal beaufsichtigt werden. Foto: Sarah Sidler