Foto Silvan Widler

Projekte

Gebäudesanierung Zieglerhaus

Das 1793 erbaute Zieglerhaus hat zwar ein solides und bewährtes Fundament, muss aber wie alle Bauten regelmässig unterhalten und ab und zu den sich verändernden Nutzungsansprüchen angepasst werden.

Bei der Renovation von 1980/81 wurden dem alten Bauernhaus, in dem ursprünglich nur die Küche und die Stube mit Holz zu beheizen waren, Elektro-Speicheröfen implantiert. Das ersparte zwar grössere Investitionen, war im jährlichen Betrieb aber recht teuer und grundsätzlich ja nicht sehr innovativ.

Das Herzstück des neusten Renovationsprojekts ist die neue Heizung, eine Luft-Wasser Wärmepumpe mit Radiatoren zur Wärmeverteilung im Gebäude. Der Einbau dieser Heizung mit den nötigen Fassadendurchbrüchen und den Bohrungen für die Heizungsrohre machte eine Gesamträumung des Gebäudes nötig und liess das Zieglerhaus temporär als «Totalbaustelle» erscheinen. Weiter wurden sämtliche Fenster erneuert, die Kokosfaser-Bodenbeläge durch Eschenparkett oder Linoleum ersetzt und die elektrische Infrastruktur ausgebaut.

Das Projekt soll im 2017 mit Sanierungsarbeiten aussen, an der Gebäude-Fassade und am Dach, fortgeführt und abgeschlossen werden.

Die Gesamtkosten sind in der Grössenordnung von CHF 400’000 veranschlagt. Das Projekt ist für die Stiftung Reusstal eine wichtige Zukunfts-Investition in das Reusstaler Naturschutz-Infozentrum, aber auch eine grosse finanzielle Belastung. Wir danken allen Gönnerinnen und Gönnern bestens für die Unterstützung.

Innenrenovation Zieglerhaus

Das 1793 erbaute Zieglerhaus wird von der Stiftung Reusstal seit 1981 als Naturschutz-Infozentrum betrieben. Das Haus erlebt im Herbst 2014 eine sanfte Innenrenovation: neue Heizung, neue Fenster, Sanierung der meisten Bodenabdeckungen und weitere kleinere Investitionen mehr. Danach soll die Besucher-Ausstellung vollkommen erneuert werden.

Eine blumige Erfolgsgeschichte

Eine blumige Erfolgsgeschichte ist das Wiedererstarken des Nickenden Zweizahns (Bidens cernua) in der Reusstaler Aue. Diese einjährige, in der Schweiz stark bedrohte Pflanze kann durch gezielten Juli-Frühschnitt in sehr nassen Altröhrichtstandorten bestens gefördert werden.

Laubfroschförderung

Die neuste Entwicklung der Laubfrosch-Vorkommen in der aargauischen Reussebene ist ein freudiges Highlight. Im Gebiet westlich der Reuss, von Mühlau bis Hermetschwil, brach der Bestand Ende der 1980er-Jahre völlig zusammen. Seit 2011 erobert sich jetzt unser kleinster Frosch dieses Gebiet sukzessive zurück. Im Frühling 2014 konnten alleine im Naturschutzgebiet Schoren Schachen, Mühlau, um die 180 rufende Männchen gezählt werden. Die Grundlage dazu sind die gezielt erstellten und unterhaltenen Laichbiotope in dieser Landschaft.

Foto Thomas Marent

Aufwertung Naturschutzzone Breithau 2012

Dass eine Gemeinde bei der Stiftung Reusstal anfragt, ein Naturschutz-Projekt auf einer von ihr erworbenen Parzelle zu planen und zu realisieren, ist ein erfreulicher Sonderfall. Oberwil-Lieli, das einen guten Teil der Kosten auch selber finanzierte, sei bestens gedankt.

«Gut gelenkt – Gewinn für alle» Erholungslenkung Maschwanden

Hanspeter Tschanz, Uerikon, Mitglied Arbeitsausschuss Stiftung Reusstal

Das Naturschutzgebiet Hasplen südwestlich des Dorfs Maschwanden auf der Zürcher Seite der Lorze bildet den südöstlichen Abschluss des nationalen Flachmoors «Rüss-Spitz/Wannhüseren ». Die Hasplen ist seit 1994 kantonal geschützt und seit dieser Zeit stellt sich die Frage nach einer klugen Umsetzung der Schutzbestimmungen, denn wegen ihrer zerstückelten Form – einem Wechsel von Mooren und intensiv genutzten Flächen – ist sie besonders anfällig für Störungen von aussen. Zwar wurden damals Naturschutztafeln aufgestellt, doch das garantierte noch nicht die Einhaltung der Bestimmungen.

Seit Mai 2011 wird nun die Erholung gezielt gelenkt, und das Gebiet Hasplen eignet sich gut, um die Überlegungen und die nötigen Massnahmen zum besseren Schutz eines wertvollen Gebiets beispielhaft darzustellen.

Wo ist das Problem ?

Die Maschwander Allmend ist ein wunderschönes und für Mittellandverhältnisse grosses, recht intaktes Gebiet. Die unverbaute Lorze gehört zu den landschaftlichen Highlights, und genau im Gebiet Hasplen bestand eine der wenigen Möglichkeiten, auf einem alten Trampelpfad direkt entlang dem Fluss zu spazieren. Andere solche Pfade, auch im Kanton Zug, sind schon seit längerem gesperrt. Der Maschwander Pfad führt aber direkt in das wertvolle Zentrum des Schutzgebiets, dort wo die Schwertlilien blühen, wo der Teichrohrsänger brütet, wo der Eisvogel jagt.

Da der Weg in den letzten Jahren von immer mehr Leuten und oft auch mit Hunden, auf Velos und zu Ross, entdeckt wurde, nahmen die Störungen zu. Hauptziel war denn auch, den beliebten Trampelpfad an der Lorze zu sperren und die Leute auf die bestehenden Flurwege zu lenken. Dies sollte mit Absperrungen, Infotafeln und Wegweisern geschehen.

Ich kann vorwegnehmen, dass die Sperrung gelungen ist, und das ist wesentlich dem Entscheid zu verdanken, nicht, wie ursprünglich geplant, die ganze Länge von 850 m zu sperren, sondern den Zugang auf den ersten 350 m weiterhin zu gestatten, sodass der Fluss auf einem Stück erlebbar bleibt.

Wichtig für das Gelingen waren auch die vielen Gespräche. Der Gemeinderat Maschwanden stimmte dem Konzept zu unter der Voraussetzung, dass eine Aufsicht die Einhaltung durchsetzt. Die Grundeigentümer und Bewirtschafter sahen die Vorteile einer Beruhigung ein und den Fischereiberechtigten konnte der Zugang zum Fluss zugesichert werden. Die Mitglieder des Informations- und Aufsichtsdienstes Reusstal, die nun neu in Maschwanden aktiv werden, wurden vor Ort instruiert.

Zur Akzeptanz solcher Massnahmen tragen auch «Zückerchen» für die Erholungssuchenden bei. In diesem Fall wurden zwei bestehende Bade- und Sitzplätze an der Lorze mit neuen Sitzsteinen und Feuerstellen aufgewertet. Brennholz wird zur Verfügung gestellt.

Der Aufwand für die Umsetzung einer solchen Erholungslenkung ist – auch für ein kleines Gebiet – nicht zu unterschätzen. Nur die Kombination verschiedener Massnahmen führt zum Erfolg: Eine sorgfältige Planung, Gespräche mit allen Betroffenen, eine klare Markierung, gute Informationen vor Ort und in der Presse, Aufwertungen auch für die Erholung, Kontrolle und Durchsetzen mit einem Aufsichtsdienst. Und oft hilft auch ein Kompromiss oder die Wahl der zweitbesten Lösung, damit eine Massnahme akzeptiert wird.

Informieren, motivieren, handeln?

Das Jahr 2010 wurde von der UNO zum Jahr der Biodiversität erklärt. Die Förderung und Erhaltung von Biodiversität ist für die Stiftung Reusstal Verpflichtung und Programm seit ihrer Gründung. Am Anfang jeder Schutzidee stehen informierte, motivierte und handlungsfähige Menschen. Mit einem reichen Angebot an Führungen, Exkursionen und Kursen ist die Stiftung Reusstal in diesem Aufgabenfeld aktiv. Zusammen mit dem WWF-Aargau konnte im Juni 2010 während 5 Tagen eine ganz besondere Veranstaltung realisiert werden mit dem Titel «Biodiversität hautnah erfahren – im Reich von Ringelnatter und Kammmolch», was insbesondere Kinder angesprochen hat. Dabei bewährte sich die neue Aussenanlage des Zieglerhauses mit den Freilandterrarien bestens.

Die neue Zieglerhaus-Aussenanlage gewinnt Skulpturen

Wer baut, erlebt immer mal wieder Überraschungen. Dass auf der Wiese westlich des Zieglerhauses einmal eine Scheune mit Stall stand, ist aus alten Plänen bekannt. Dass der dazugehörende Güllenschacht nicht abgebrochen, sondern mit allerlei Bauschutt aufgefüllt wurde, erfuhren wir dann beim Aushub zum neuen Schildkröten- und Amphibien-Gehege. So wächst die neue Aussenanlage beim Zieglerhaus nicht ganz so schnell wie gewünscht, aber doch stetig und der Bauabschluss ist für 2009 sicher. Bereits eingezogen ist im Juni 2009 eines der neu anvisierten Vorzeige-Tiere… Es zeigt unverkennbar die Handschrift des Reusstaler Künstlers Alex Schaufelbühl.

Reusstaler Flora – Wurzel tief dokumentieren

Das Angebot reich illustrierter Pflanzenbücher ist gross. Wer dann aber Abbildungen zum Wurzelsystem, zur genauen Morphologie der basalen Pflanzenteile sucht, die für Fragen zu den Standortsansprüchen, zur Ökologie der Pflanze und damit auch für Naturschutzaspekte entscheidend sind, findet wenig, oft nur Ungenaues oder schlicht Falsches. Die Stiftung Reusstal konnte im Jahr 2008 in der Person des emeritierten Botanikprofessors Dr. Arndt Kästner aus Halle einen ausgewiesenen Fachmann und begnadeten Zeichner verpflichten, die wichtigsten 100 Pflanzenarten der Reusstaler Ried- und Auengebiete zu illustrieren. Die Entwürfe der Zeichnungen werden im Zieglerhaus mit Pflanzen vor Ort angefertigt. Von 70 Pflanzenarten liegen bereits die Reinzeichnungen vor. Die Stiftung Reusstal plant später eine angepasste Publikation, um diesen Fundus öffentlich zugänglich zu machen.

Mauer im Grossberg Oberrohrdorf wieder aufgebaut

Das Erstellen einer Mauer ist bekanntlich nicht in jedem Fall eine lobenswerte Tat. Die wieder aufgebaute Bruchsteinmauer im Grossberg Oberrohrdorf im Mai 2009 ist guten Gewissens als landschaftsbereichernd zu bewerten. Die Bauausführung erfolgte durch die kompetente Trockenmauer-Equipe der Stiftung Unwelteinsatz Schweiz. Das Resultat überzeugt. Die Mauer fügt sich bestens ein in das grosse Trockenmauersystem in dieser alten Rebbau-Landschaftskammer. Sie ist jetzt in einer eigenen Parzelle, abgetrennt vom Baugebiet und wird der Stiftung Reusstal überschrieben. Ihre Lage am Rande des Rohrdorfer Märxli-Grossberg-Schutzgebietes, beim Wohnhaus des verstorbenen Stiftungsrgründers Erich Kessler, bleibt der Stiftung Reusstal in Zukunft eine Verpflichtung für den Naturschutz in dieser Region.

Eine Natursteinmauer als Biotop und Vernetzungselement

Der Schutz des Gebietes Märxli/Grossberg in Oberrohrdorf war für Erich Kessler, den Gründer der Stiftung Reusstal, zeitlebens ein wichtiges Anliegen. Sein Wohnhaus mit grossem Umschwung befindet sich am Rand dieses Gebietes. Die Stiftung Reusstal, Miterbin des Grundstückes, liess die zerfallene Terrassierungs-Trockenmauer 2008 fachgerecht sanieren lassen. Trockenmauern bieten mit ihren offenen Fugen und Ritzen Lebensraum für Reptilien, Amphibien und für viele Insekten. Im Märxli sind sie auch bedeutend für den seltenen Roten Mauerpfeffer, eine Pflanze, die für gewöhnlich nur im Süden gedeiht.

Neue Broschüre „Keiljungfer und Knabenkraut. Die Natur- und Kulturlandschaft Reusstal“

(2007)

Neuer Weiher im Naturschutzgebiet

In der Parzelle 378 im Winkel Hermetschwil konnte im Sommer 2005 ein neuer Weiher gebaut werden. Er soll prioritär als Amphibien-Laichgewässer dienen und schliesst eine Lücke zwischen den Naturschutzgebieten Flachsee / Rottenschwiler Moos und Steinrüti Hermetschwil. Kaum war der dichtende Lehmeintrag im Groben ausgeführt, meldete der beteiligte Baggerführer, es seien komische Froschrufe zu hören. Es handelte sich um eine männliche Gelbbauchunke, die das neue Biotop mit ihren Rufen sofort zu ihrem Territorium deklarierte. Parzelle 378, das kleine Naturschutzgebiet an der Reuss gegenüber den Geisshöfen, entwickelt sich prächtig. Kaum zu glauben, aber bis im Frühling 2002 waren zwei Drittel dieser Parzelle noch eine monotone Koniferen- Weihnachtsbaumschule.

Vergrössertes Naturschutzgebiet

Im Januar 2005 konnte die Stiftung Reusstal den Kaufvertrag unterzeichnen, um das Naturschutzgebiet Hintererlen, Gemeinde Aristau, um 10’703 m2 zu vergrössern. Damit wird im kantonal bedeutenden Riedbiotop Hintererlen – mit dem wertvollen Bestand von Sibirischen Schwertlilien – die für das langfristige Überleben notwendige Nährstoff-Pufferzone auf zwei Dritteln der Parzelle gesichert. Für den noch fehlenden Pufferstreifen an der Südostgrenze suchen wir nach einer Lösung. Auf dem zugekauften Land befindet sich eine interessante nasse Geländemulde. Hier bestehen beste Voraussetzungen für ein neues Gewässerbiotop, um so das angestrebte Netz von Amphibien-Laichstellen in der Aristauer Reussebene zu verdichten. Den Projektbeteiligten, dem Gemeinderat, den Ortsbürgern von Aristau und insbesondere dem Bauern Josef Schmid, Birri, danken wir für die gute Zusammenarbeit ganz herzlich.

Renaturierung Tüüflibach

Klein, aber fein ist die Renaturierung des Tüüflibachs im Gebiet „Winkel“ der Gemeinde Hermetschwil. Nach zäher Vorarbeit gelang es im Spätsommer 2003, das Bächlein auf knapp 200 Metern vom Quellpunkt weg aus der Röhre wieder ans Tageslicht zu holen. Dieses Projekt der Stiftung Reusstal zeigt, dass Naturschützer und Landwirte auch bei nicht alltäglichen ökologischen Ausgleichsmassnahmen Lösungen für beide Seiten erzielen können.

Erfahren Sie mehr dazu unter Renaturierung Tüüflibach (PDF)

Giriz-Aue Rottenschwil – Meilenstein für die Aufwertung der nationalen Auenlandschaft

Im Frühling 2001 erwarb die Stiftung Reusstal das Land eines kleineren landwirtschaftlichen Betriebes in Rottenschwil – mitten im Gebiet der Giriz-Aue. Im Giriz Rottenschwil wurde während der jüngsten Melioration (sogenannte Reusstalsanierung) ein rund 11 ha grosses Naturschutzgebiet ausgeschieden.

Erfahren Sie mehr zu diesem interessanten Projekt unter Giriz Aue (PDF)

Wanderbrache

In der Reussebene zwischen Sins und Bremgarten sind viele der traditionell extensiv genutzten Streuwiesen und Flachmoore erhalten geblieben. Die für das Schweizer Mittelland einmalige Dichte an Schutzgebieten und vielfältigen Lebensräumen liessen die Vermutung zu, dass hier auch eine einzigartige Tagfalterfauna vorkäme. Zwei im Auftrag der Stiftung Reusstal durchgeführte Studien zeigten jedoch eine eher „durchzogene“ Bilanz (Dusej 1997, 2001).

Lesen Sie mehr zu diesem faszinierenden Projekt unter Wanderbrache (PDF)

 Naturschutz in der Reussebene

Ein Film von Josef Fischer, Dieter Müller, Patrik Hunziker und Pascal Föhn aus dem Jahr 2001

Kamera: Urs A. Huber